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Allgemein

Wieso Straße?

By 3. Januar 2018 No Comments

Ab und an werden wir beim Verticken gefragt, warum wir Straße sind und warum wir es bleiben.

The music business is a cruel and shallow money trench, a long plastic hallway where thieves and pimps run free, and good men die like dogs. There is also a negative side.

Hunter S. Thompson

Hierzu ein paar Worte:

  1. Zunächst einmal und bedingungslos: Maximale Unabhängigkeit. Hip Hop ist Straßenkultur, ist Asphalt und Treppenhaus, ist Hinterhof und Bahnhofsviertel, ist Szene und Kiez. Dort findet man uns. Frei, unzensiert, wild, gut drauf. So wie es uns passt. Wir haben schon in großen Studios gesessen, wir kennen das Buiz hinter den Kulissen. Und egal wie gut du bist, wie viel Kohle du reinholst, für die Firmen bist du die Nutte und sie sind der Pimp. Natürlich gibt es auch die Bestseller Nutten, die Edelnutten, die werden auch schön gemacht, werden zum Friseur geschickt, bekommen Edelschnickschnack und Sternehotel, werden bei Laune gehalten und suchen sich ihre Freier bis zu einem gewissen Grad selbst aus, aber sie bleiben Nutten und gehen fleißig raus auf den Boardwalk und wackeln mit dem Hintern. Und wenn die Firma sagt, wackel mal noch ein bisschen mehr, sei mal zu dem und dem besonders nett, dann wird sie es tun müssen. Und wenn die Firma sagt, sie soll den Mund zu diesem und jenem Thema halten, dann wird sie auch das tun müssen. Mag sein, es gibt Nutten, die mögen ihren Job, die tun das gerne, doch wenn sie nicht spuren, wenn sie zu sehr ihren eigenen Kopf haben, dann war´s das. Wir sind da unangenehmer, wir würden nämlich nur auf einer partnerschaftlichen Basis mit einer Firma zusammenarbeiten. Darunter geht´s nicht. Und ich glaube auch nicht, dass wir mit einer Plattenfirma mehr CDs verkauft hätten als in Eigenregie. Die investieren nichts, schmeißen dich ins Wasser und sagen sich, wenn er schwimmt, nehm ich ihn, wenn er absäuft, säuft er ab. Solche Spiele machen wir nicht mit.
  2. Wir sind Verkäufer. In der Jugend waren es die Drogen und Sachen, die vom Laster gefallen sind, Markenuhren, Laptops etc., heute sind es die eigenen Cds. Wenn man jung ist und abgebrannt im Ghetto groß wird und zusehen muss, wie man an die Kohle kommt, dann setzt man entweder hauptsächlich auf Raub und Überfälle, oder man entwickelt irgendwann ein gewisses Verkaufstalent und man nutzt seine Kontakte, denn es nützt ja nichts, wenn du den Stoff hast, aber nicht weiß, wie an den Mann bringen. Für die einen kannst du irgendwann fast alles besorgen, für die anderen kannst du fast alles verkaufen. Man lernt unter dem Radar zu agieren. Dass das nicht mehr nötig ist, daran haben wir uns noch nicht wirklich gewöhnt. Wir verkaufen unsere Musik an Banker und Manager, an Nutten und Zuhälter, an die Mutti mit ihrem Kind, an den Rentner, an Rocker und Emos und auch an Offizielle. Einfach an jeden, der gut drauf ist. Unsere Schule war die Straße, das lernt man nicht im Klassenzimmer. Wir hätten damals nie damit gerechnet, dass wir heute noch leben und nicht im Knast sitzen; der Herr muss unsere Herzen kennen. So gesehen haben wir schon auf der ganzen Linie gewonnen. Uns geht es gut. Und uns wird es so Gott will weiterhin gut gehen.

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